Rolf Majcen
Rolf Majcen

11.674 Stufen beim Niesenlauf am 6. Juni 2009 – Platz 18, 1669 Höhenmeter in 72 Minuten

 

Der Niesenlauf führt über die längste Treppe der Welt. Es ist die Betriebstreppe der Niesenbergbahn, die mit 11.674 Stufen von Mülenen (693 m) im Berner Oberland entlang der Schienen den Niesenberg (2.362 m) hinauf führt (Höhendifferenz: 1669 m). Die Treppe besteht aus Natursteinen und Gitterroststufen. Sie führt anfangs durch den Wald und dann in der zweiten Hälfte durch eine wunderbare Gebirgswelt auf die Swiss Piramid, den Niesen. Im Ziel genießt man eine wundervolle Rundsicht auf die Alpen und bis in den Jura.

Um die unfassbare Länge dieser Treppe zu verdeutlichen sei hier kurz angemerkt, dass die Treppe im Empire State Building lediglich aus 1700 Stufen besteht.

Am steilsten Teilstück weist die Treppe eine Steigung von 68% auf. Die Stufen sind nur etwa 60-70 cm breit, sodass ein Überholen zwar möglich, aber schwierig ist. Gestartet wurde zu dritt, alle 20 Sekunden.

Das Teilnehmerfeld am 6. Juni 2009 war auf 400 limitiert. Wetter am Wettkampftag: Ziemlich lang regnerisch und am Gipfel nur 4 Grad bei leichtem Wind. Mir gelang ein sehr guter Lauf und ich konnte mein Tempo gleichmäßig durchziehen. Die ersten 1000 Höhenmeter bis zur Mittelstation Schwandegg lief ich in 40.02 Minuten und lag auf Platz 14. Am zweiten Abschnitt musste ich zwischendurch etwas nachlassen, durch mein sehr starkes Finish verlor ich aber letztendlich nur 4 Plätze und erreichte das Ziel nach 1.12.43 als 18. der Gesamtwertung.

Infos: www.niesenlauf.ch

Pfingsten: 20.000 Stufen - Abschlusstraining im Donauturm für den Niesen-Treppenlauf

 

2.6.2009: Die Pfingstfeiertage 2009 habe ich noch einmal ein intensives Training im Treppensteigen eingelegt und in den drei Tagen 19.459 Stufen bewältigt.

Den Niesen-Treppenlauf, der am 6. Juni 2009 in der Nähe von Interlaken stattfindet, kann man nicht mit einem Treppenlauf in einem Wolkenkratzer vergleichen, denn es ist eine andere Technik nötig. Ich habe mir deshalb Gedanken gemacht, wie ich den Körper am besten über die Stufen bringe (es gibt ja beim Niesen-Treppenlauf kaum Möglichkeiten, ein/das Geländer in die Fortbewegung mit einzubeziehen) und glaube, eine gute Technik trainiert zu haben. Klar, viel Zeit habe ich seit dem Kaukasus-Abenteuer nicht gehabt für das spezielle Stiegen-Training, doch der intensive Abschluss zu Pfingsten hat mich doch noch sehr gefreut!

Am Freitag, 5. Juni 2009, werde ich Richtung Interlaken fahren. Samstag um 7 Uhr beginnt der Wettkampf auf der Niesen-Treppe, der längsten Treppe der Welt, mit 11.500 Stufen. Wenn mir ein guter Lauf gelingt hoffe ich auf eine Zeit von 70 Minuten über die 1670 Höhenmeter; das wird sicher schwer werden, zumal der Wetterbericht aus heutiger Sicht für den Wettkampftag Regen voraussagt… und dann kann es in der Gipfelregion des Niesen (2400 m) durchaus schneien…

Bei der Rückfahrt werde ich am Sonntag in Kitzbühel anhalten … die Österreichischen Berglaufmeisterschaften finden statt…

Niesen Treppenlauf in der Schweiz - 11.674 Stufen gilt es zu bewältigen

 

17.5.2009. Am 6. Juni 2009 werde ich beim Niesen-Treppenlauf in der Schweiz bei Interlaken an den Start zur Bewältigung der längsten Treppe der Welt gehen. Nachdem ich im Vorjahr geschwächt durch eine Verkühlung nur einen „Spaziergang“ machen konnte, schaut es für den heurigen Start derzeit sehr gut aus. Die Tage im Kaukasus, in der Höhe, haben sich positiv bemerkbar gemacht: nach einer Woche ohne Sport habe ich gestern auf meiner Trainingsstrecke in Graz am Schöckel einen Testlauf absolviert und den originalen Weg 21 vom Schranken bei der Talstation der Schöckel-Seilbahn bis zur Bergstation (670 HM) in 31.37 Minuten bewältigt. Trotz 5 Wochen ohne Lauftraining war dies eine meiner besten Zeiten überhaupt…

Infos: www.niesenlauf.ch

Kaukasus: Platz 3 bei Single-Wettkampf-Skibergsteigen - Tiefschnee verhinderte möglichen Sieg

 

Hannes Böck und ich starteten am 9. Mai 2009 beim Single-Wettkampf-Skibergsteigen. Start war auf 3400 Metern. Der erste Anstieg führte auf „Bochki“ (3700 m), die anschließende Abfahrt durch tiefen Schnee hinunter auf 3000 Meter. Hannes als ausgezeichneter Skifahrer erreichte als erster die Wechselzone nach der Abfahrt vor Rinat Sofin, dem wohl stärksten russischen Wettkampf-Skibergsteiger und mir. Ich wechselte sehr schnell und kam zeitgleich mit Hannes wieder weg, Sofin lag knapp vor uns. Kurz danach konnte ich an Hannes vorbeiziehen und schloss zum Russen, der am gestrigen Berglauf nicht teilgenommen hatte, auf. Wir konnten bis zum Ende des 2. Aufstieges auf 3400 Metern etwa 20 Sekunden Vorsprung auf Hannes herausholen. Nach kurzer Abfahrt folgte der letzte Anstieg der insgesamt 1100 Höhenmeter. Ich war stärker als Sofin und meine Taktik war so ausgelegt, den letzten Wendepunkt auf 3700 Metern mit etwa 40 Sekunden Vorsprung zu erreichen um bei der kurzen Schlussabfahrt ins Ziel auf 3400 Metern nichts mehr anbrennen zu lassen. Wir konnten den Vorsprung im Flachen auf Hannes weiter ausbauen und ich übernahm dann die Führung. Doch dann folgte Unvorhergesehenes: Als wir das flache Gelände verließen wurde die vorgegebene Spur immer schwächer und im steilen Gelände der letzten 200 Höhenmeter konnte ich mich nur mehr an Hand der gesteckten Fahnen orientieren. Die Schneefälle der Nacht und der Wind hatten die Spur komplett zu Nichte gemacht und etwa 20 cm tiefer Pulverschnee lagen nun im Hang. Ich musste die Spurarbeit leisten und kämpfte bis zum „Umfallen“. Der Vorsprung auf Sofin und Hannes schmolz. Aus taktischen Gründen zog ich eine extrem unrhythmische Spur um es den Verfolgern nicht gar so leicht zu machen, in meinen niedergetretenen Spuren „nachzuziehen“. Ich wusste, dass ich unter diesen Bedingungen keine 40 Sekunden Vorsprung herausholen konnte. Etwa 50 Höhenmeter vor dem Wendepunkt zog der Russe an mir vorbei, dann auch Hannes. Ich war „erledigt“, wollte aber zumindest noch den 3. Platz „retten“, was mir auch gelang.

Es war aber auch heute ein tolles Renen und die Bilanz der Wettkämpfe im Kaukasus ist wirklich großartig: Platz 1 im Team-Wettkampf-Skibergsteigen, Platz 8 beim Berglauf und Platz 3 beim Single-Wettkampf-Skibergsteigen.

Hannes und ich gaben im Ziel noch Interviews für russisches Fernsehen, dann verlegten wir ins Tal und genossen die letzen Stunden. Abends wurde noch ausgiebig gefeiert und am Sonntag, 10. Mai gab es die große Siegerehrung. Um 16 Uhr verlegten wir bei Schneefall nach Mineralnye Vody und flogen über Moskau zurück nach Wien.

Red Fox Elbrus Race - Höhepunkt: High Speed Race auf den Elbrus. Platz 8!

 

11.5.2009: Das High Speed Race auf den Gipfel des 5642 m hohen Elbrus fand am 8. Mai 2009 statt. Wir übernachteten in den Garabashi-Biwaktonnen auf 3700 Meter gemeinsam mit den 3 Spaniern. Das Wetter war in der Früh recht gut, sodass der Wettlauf um 7 Uhr planmässig gestartet werden konnte. 45 Teilnehmer fanden sich im Startbereich ein, so gut wie alle hatten bereits Steigeisen auf den Schuhen montiert. Klettergurt mit 2 Selbstsicherungen und Skistöcke war zusätzlich vorgeschrieben.

Die ersten 400 Höhenmeter bis in den Bereich der Hütte Prijut 11 waren langgezogen und nur mäßig steil. Der frisch gefallene Pulverschnee erschwerte das Marschieren ein wenig, doch ich kam gut voran und konnte nach vorsichtigem Start Platz um Platz gutmachen. Auf 4400 Metern wechselte ich in wärmere Handschuhe da der Wind zulegte und die Kälte zunahm. Über die Pastuchov-Felsen (4700 m) zog die Strecke in einer geraden Linie, ein Fixseil war gespannt, einhängen mit Selbstsicherung war jedem selber überlassen. Die Höhe und die sauerstoffarme Luft machten sich in weiterer Folge mehr und mehr bemerkbar, dennoch konnte ich mein Tempo gut durchziehen, die Position halten und sauber steigen. Auf etwa 4800 m musste ich einen weiteren Zwischenstopp einlegen, um aus dem Rucksack die Daunenjacke zu ziehen, da die Kälte durch den stärker werdenden Wind immer strenger wurde. War der Gipfel vor etwa 30 Minuten noch von blauem Himmel umgeben, so änderten sich die Bedingungen nun sehr rasch, Nebel zog auf, Wolken kamen, Schneefall setze ein und binnen 30 Minuten war die Sichtweite auf 100 Meter reduziert. Die Strecke war durch Fahnen bestens markiert. Auf ca. 5100 Meter querte man Richtung Elbrussattel, eine längere fast ebene Passage folgte. Wir marschierten im dichten Nebel. Ich hatte unter der Goretex-Überhose eine lange Unterhose, am Oberkörper 3 Schichten lange Unterwäsche, darüber eine dünne Windjacke und die Daunenjacke. Am Kopf trug ich eine Haube mit Schutz bis in den Nacken, darüber die Kapuze der Windjacke und jene der Daunenjacke, zusätzlich hatte ich die Wangen- und Nasenpartie mit einer Neopren-Maske abgedeckt und trug Schibrille. Die Hände waren durch Seidenhandschuhe und 2 weitere Schichten Handschuhe geschützt, dennoch musste ich die Finger in den Handschuhen regelmäßig bewegen, um sie warm zu halten. Zehen waren in den Lederschuhen gut geschützt. Die gefühlten Temperaturen lagen um die Minus 40 Grad.

Als ich den Elbrussattel (5200) erreichte wurde mitgeteilt, dass das Rennen hier enden würde. Die Bedingungen für einen Aufstieg bis auf den Gipfel seien zu extrem. Ich hatte mir die Kräfte gut eingeteilt, war aber auch mit Ziel des Rennens auf 5200 Metern sehr zufrieden, da Sturm und Schneefall immer stärker wurden und die Sichtweite sehr eingeschränkt war.

In der Endwertung erreichte ich nach einer Aufstiegszeit von 2,59 Stunden den achten Platz unmittelbar hinter dem spanischen Schneeschuh-Europameister Jessed Gispert und mit etwa 15 Minuten Rückstand auf Platz 5.

Die Läufer aus Kirgisien (Semen Dvornichenko) und Kasachstan (Andrey Puchinin) wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, gemeinsam mit 2 weiteren Asiaten erreichten sie noch das Ziel am Gipfel mit den fantastischen Zeiten von 2,43 bzw. 2,53 Stunden; die Veranstalter werteten das Rennen durch das extrem schnell aufziehende Schlechtwetter ab dem Fünften mit der gelaufenen Zeit bis 5200 Metern.

Nach dem Rennen folgte der anstrengende Rückmarsch hinunter zu den Garabashi-Biwaktonnen. Hannes hatte mit eisigkalten Fingern zu kämpfen und musste auf etwa 5100 Metern umdrehen. Wir fuhren dann gemeinsam mit der Seilbahn von Garabashi hinab ins Tal um uns auszuruhen und auf das morgige Single-Wettkampf-Skibergsteigen vorzubereiten.

ERGEBNISSE: http://www.elbrus.redfox.ru/result/result_4/

Kaukasus: Sieg im Team mit Hannes Böck beim Team-Skibergsteigen

 

7. Mai 2009: Blauer Himmel in der Frueh, fruehlingshafte Temparaturen, ideale Bedingungen fuer ein spannendes Wettkampf-Skibergsteigen. Hannes und ich konnten das Tempo ideal einteilen. Die Bedingungen haetten heute nicht besser sein koennen: Der Schnee war leicht angefroren, sodass wir bei den 4 Anstiegen mit einem einzigen Steigfell durchkamen. Wir hatten 3 Paar Felle mit fuer den Fall, dass es sehr heiss werden wuerde und die nassen Felle nicht haften wuerden. Doch alles kam viel besser, ein Fell war ausreichend. Wir waren sehr schnell in den Wechselzonen und Tragepassagen und konnten unseren Vorsprung auf die Verfolger kontinuierlich ausbauen, nachdem wir nach etwa 500 Aufstiegshoehenmetern die Fuehrung uebernommen hatten. Der leicht angefrorene Schnee kam mir bei den Abfahrten sehr entgegen, auch das grossartige Wetter. Kaelte litten wir heute nicht, wenngleich es bis auf 3450 Meter ging. Der Kaukasus zeigte sich heute von seiner freundlichsten Seite.

Wir muessen heute noch unsere Ausruestung fuer den Berglauf packen. Um 16 Uhr verlegen wir per Seilbahn auf Bochki (3700), wo wie die Nacht verbrigen muessen. Wenn das Wetter morgen ok ist, starten wir um 7 Uhr mit dem Berglauf.

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Aktuelles

8.9.2017: Mein 150. Treppenlauf (Donauturm)

16.9.2017. Jinsha Skyrunning Mountain Race, Südwestchina, Platz 24

 

 

 

 


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